Meine Großen Fünf

Lebens- und Karriereentscheidungen sind bedeutsam. Aber müssen sie deshalb schwierig sein? Wenn ich das Ziel nicht kenne – woher soll ich dann wissen, welcher Weg der vielversprechendere ist? Die Großen Fünf stehen für meine fünf Lebensziele, die ich mir gesetzt habe. Und ich will nicht dogmatisch sein. Mein Credo ist, analog zu einer Safari, dass es sehr gut ist, drei von fünf zu erreichen. Wenn vier erreicht werden, ist das großartig. Alle fünf zu erreichen ist im übertragenen Sinne der heilige Gral. Die Ziele zu kennen und stets im Hinterkopf zu haben macht Entscheidungen in jedem Fall einfacher.

Das Ganze habe ich mir natürlich nicht selbst ausgedacht, sondern aus The Big Five for Life – Strelecky, John P. (Nummer 10 auf meiner Leseliste).

Strelecky regt nicht nur an, die persönlichen Großen Fünf zu definieren, sondern gleich auch über den Zweck der eigenen Existenz nachzudenken. Ohne weitere Umschweife, daher hier der

Zweck meiner Existenz:

Spaß haben, bei dem, was ich am besten kann: Anderen Menschen zu helfen, Spaß zu haben, bei dem, was sie am besten können.

Die Großen Fünf meines Lebens — ich SPRINTE:

S Regie oder Schauspielerei an einem wenigstens mittelgroßen Theater
PAgiles Projektmanagement
RDie Welt beReisen
INTIntensive Familien- und Freundesbeziehungen
EPolitisches oder gemeinnütziges Engagement

Ich habe meine Großen Fünf erst im Alter von 32 Jahren definiert. Natürlich waren da immer Vorlieben, Wünsche und Träume. Alles sehr unkonkret. Der Prozess, konkrete Ziele zu definieren schafft genau den Fokus, den man braucht, um schwierige Lebens- und Karriereentscheidungen klar treffen zu können, ohne zu bereuen.

Ein Beispiel: Mittlerweile bin ich selbständig, bekomme aber nach wie vor viele Jobangebote für Festanstellungen. Während ich eine Zeit lang über einige davon intensiv nachgedacht habe, was Zeit und Fokus kostet, ist mein Vorgehen nun schneller und einfacher. Die erste Frage lautet:

Hilft mir diese Festanstellung, noch ein weiteres Ziel der Großen Fünf zu erreichen? Nein? Dann ist es eine klare Absage. Ja? Dann lasst uns reden.

Noch konkreter? Eine Festanstellung (natürlich im Bereich Agiles Projektmanagement) müsste mir erlauben

  • zu reisen (ausgeschlossen, da im Widerspruch mit dem Familienziel),
  • Schauspielerei voran zu treiben (unwahrscheinlich, weil in dem Bereich wenig agil projektgemanagt wird)
  • politisch oder gemeinnützig zu arbeiten (die wahrscheinlichste Überschneidung meiner Ziele)

So kam es dann auch, als ich 2019 zwei gute Projektangebote als Selbständiger habe warten lassen, um mich in den Festanstellungs-Bewerbungsprozess einer politischen Organisation zu begeben. Am Ende wurden wir uns nicht einig und die beiden Projektangebote waren abgelaufen – nichts davon bereue ich. War es das Wert? Die Ziele klar vor Augen war die Entscheidung einfach.


Müssen die Großen Fünf ein Akronym bilden?

Nein, aber es hilft, sie sich zu merken! Im Englischen Original ist mein Akronym ebenfalls bedeutsam. Ich bin auch erstmal zufrieden mit dem Deutschen „sprinte“, gerade wenn man es in den Zusammenhang mit Agilität setzt. Weil ich aber initial auf Englisch daran gearbeitet habe, hier trotzdem hier nochmal das Original:

Big 5 for Life:
A – Become an Agile Project Management Consultant
W – Travel the World
A – Be directing or Acting in an at least medium sized theater
R – Have intense family and friend Relationships
E
– Active political or charitable Engagement

Wenn ihr entweder ein besseres deutsches Akronym für meine Großen Fünf findet, oder aber eine Möglichkeit seht, mir bei der Erreichung eines oder mehrerer Ziele zu helfen: Schreibt mir eine Nachricht oder hinterlasst einen Kommentar! Ich würde mich freuen.

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