Zitate über Agile, Führung und Kommunikation

Ich möchte mein Leben auf bestimmten Prinzipien und Werten aufbauen. Ab und zu stoße ich auf Dinge, die jemand in meinem Umfeld sagt oder schreibt, die diese Prinzipien und Werte besser ausdrücken, als ich es könnte, oder bis dato gehört oder gesehen habe.

Darüber hinaus möchte ich gut kommunizieren. Es gibt Muster in meiner (vermutlich unserer) angewandten Sprache, die ich im Nachhinein nicht mag, aber außer Stande bin, abzustellen. Wiederum passiert es dann, dass Kollegen und Freunde Sachen sagen, die hängen bleiben und früher oder später beeinflussen, wie ich rede. Sätze, die ins Gedächtnis kommen sobald ich das ungewollte Muster verwende, so dass ich mich (bestenfalls) zurückhalten kann oder mir doch wenigstens (schlimmstenfalls) bewusst werde, wenn ich schlecht kommuniziere. Auch diese Beispiele möchte ich hier teilen.


“Aufhören, Dinge anzufangen und anfangen, Dinge abzuschließen!”

Diesen Satz sage ich ständig. In jeder Firma, in jedem Team. Manchmal wirkt es. In dem Fall:

  • werden Teams fokussierter, denn bevor sie eine zweite Aufgabe anfangen, machen sie die erste fertig
  • arbeiten Teams besser zusammen, denn bevor jemand eine neue Aufgabe anfängt, helfen sich Teammitglieder gegenseitig eine andere Aufgabe abzuschließen
  • zielorientierter, denn wenn neue Arbeit gefunden wird, stellt sich jeder die Frage “Wird das wirklich gebraucht für diese Story?” (Siehe auch YAGNI)

Stop Starting, Start Finishing 2005Stop Starting, Start Finishing 2009

Herauszufinden wann und woher dieser Satz stammt, hat einen Moment gedauert. Es war nicht schon Anfang der 2000er. Das Zitat taucht erst ca. 2009 auf. Ab diesem Zeitpunkt ist das Mantra der Agile-Gemeinschaft zumindest intern allgegenwärtig.


Der CEO meines ersten Arbeitgebers, GameDuell, pflegte zu sagen “Perfect is the enemy of progress” (Perfektion steht dem Fortschritt im Weg). Natürlich kann man darüber diskutieren: Manchmal müssen manche Dinge perfekt sein. Es geht nicht darum, dass das die Aussage 100% korrekt ist. Es geht darum, dass wir uns jedes Mal fragen sollten: “Bin ich gerade perfektionistisch, oder brauche ich das wirklich, um das Geschäft voran zu bringen?”

Für mich ist dieses Zitat bis heute eine kurze, prägnantere Version von

“Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.” — Antoine de Saint Exupéry


Im Original:

“Hoffnung macht die Realität nur noch grausamer.” — Ralf Neeb

Eine Googlesuche ergab, dass ein ähnlicher Satz bereits weit verbreitet ist und auf Banner, Bilder, T-Shirts etc. gedruckt wird:

“Es ist besser, den kurzen Schmerz der Wahrheit zu erleben, als den dauerhaften Schmerz der falschen Hoffnung.”

Die Wirkung dieses Zitats ist einfach: Hoffen wir (oder Führungspersonen) auf Dinge im Leben? Heißt das nicht, wir wären nicht in der Position selbst zu handeln? Wann immer jemand von hoffen spricht, denke ich an diesen Satz und frage mich: “Was kann ich — außer zu hoffen — noch tun, damit etwas passiert?” Hoffnung ist nie ein Mittel zum Zweck. Hoffnung ändert nichts. Taten führen zu Veränderung.


Das zweite Zitat auf der Liste, dass ich nicht persönlich gehört habe.

“Technologie ist das Ergebnis der Kultur in der sie geschaffen wird.”

Sicher eine Verallgemeinerung von Conway’s Law:

“Organisationen, die Systeme entwerfen, […] sind auf Entwürfe festgelegt, welche die Kommunikationsstrukturen dieser Organisationen abbilden.”

Trotzdem mag ich obiges Zitat wiederum für seine Kürze und den übergeordneten Zusammenhang: Kultur liegt viel tiefer als nur die Struktur einer Organisation. In einer großartigen Firmenkultur kann eine temporäre, schlechte Struktur überstanden und überwunden werden. Im Gegensatz dazu kann in einer schlechten Organisationsstruktur keine gute Kultur aus einer schlechten erwachsen. (Siehe auch “Culture Eats Strategy for Breakfast.”)

Unterm Strich: Wenn wir die Technologie eines Unternehmens verändern wollen, müssen wir die Kultur des Unternehmens verändern. Bessere, persönliche Verbindungen helfen dabei. Wir versuchen alle, Berufliches und Privates zu trennen. Aber letztendlich sind es persönliche Verbindungen, die eine Firmenkultur prägen. Wie können wir persönliche Verbindungen schaffen, ohne persönlich zu werden?


Dieser Satz hat erst zu der Idee geführt, Zitate zu sammeln. Ich war mit Simon Kröger im Gespräch über Automatisierung und dass es für einige Komponenten unseres Systems leichter wäre, sie manuell zu deployen, dabei Jenkins und die grundlegendsten automatischen Tests zu umgehen, noch dazu mit dem Nachteil, dass es niemand bemerken würde. Unter der Devise

“Wenn Du etwas Falsches tun willst, dann sollte es schwer sein.”

haben wir diese Möglichkeit beschränkt.


“Wenn Du atmest, bist Du für Qualität verantwortlich” — Juan Vidal

So ist es. Kein “Aufgaben über den Zaun werfen”. Kein Schwarzer-Peter-Spiel über wer an etwas Schuld hat. Jeder hat Schuld. Jeder ist verantwortlich. Und es fällt schwer, das kürzer auszudrücken.


Hier noch ein Zitat zu Kommunikation: Genau wie mit “Hoffunng” löst jetzt auch “angenommen” bei mir erhöhten Aufmerksamkeit aus. Lose übersetzt lautet das Zitat

“Wenn Du etwas annimmst, dann machst Du dich und mich zum Arsch”.

Also passiert bei mir mittlerweile Folgendes: Wenn ich mich ertappe, wie ich “angenommen…” sagen, stelle ich stattdessen einfach eine Frage. Wenn meine Annahme richtig gewesen wäre, ist die Frage schnell beantwortet und führt nur zu einer sehr kurzen Unterbrechung. Wenn die Annahme aber falsch ist (bzw. gewesen wäre), ist die Frage Gold wert, da ich anders als mit der salopp geäußerten falschen Annahme nicht der Beziehung schade.

SGDUB17 Abschlussrede: Lyssa Adkins – Wir sind die Anführer auf die wir gewartet haben

Abschlussrede: Lyssa Adkins – Wir sind die Anführer auf die wir gewartet haben

Lyssa Adkins ist sicherlich eine dieser Anführerinnen! Ich bekomme nach wie vor (im positiven Sinne) Gänsehaut beim Gedanken an ihre Abschlussrede.

Schon der Aufbau der Rede war mustergültig: Sehr persönlicher Einstieg, der sofort fesselt. Es ging um eine Reise nach Peru und die offensichtlichen disaströsen Umweltveränderungen, die wir Menschen verursachen.

Sie bemerkte, wie unfähig wir als Spezies sind, globale Herausforderungen anzugehen. So spannte sie den Bogen zu Menschen, die in Unternehmen zusammenarbeiten.

So kamen wir unweigerlich zu der Frage:

Wenn „Individuen und Interaktionen“ so wichtig sind, warum schmeißen dann so oft „Prozesse und Tools“ den Laden?

Lyssa Adkins - We are the Leaders we have been waiting for sgdub17Illustrationen von Steve Silbert

Wir lernten die Grundlagen der Integralen Theorie, fokussierten uns dann auf den Wir Quadrant und sind anschließend tiefer ins Thema Beziehungen eingestiegen. Warum kommt es eigentlich zu Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen? So kamen wir auf „Die dritte Entität“:

Der nächste Schritt brauchte uns auf Spiral Dynamics. Dieser psychologische Ansatz bedeutet “verstehen von Weltanschauungen und Denkweisen von Individuen, Organisationen und Gesellschaften” und ich denke es ist ein inspirierender und optimistischer Blick in die Zukunft der Menschheit:

Mehr dazu hier: http://www.cruxcatalyst.com/2013/09/26/spiral-dynamics-a-way-of-understanding-human-nature/

Aber was hat das alles mit uns zu tun? Mit Dir und mir? Was hat das zu bedeuten? Es bedeutet alles!

Lyssa Adkins - We are the Leaders we have been waiting for sgdub17Jeder hat das Potenzial (!), die Welt zum Besseren zu verändern. Macht mag unterschiedlich sein. Fähigkeiten mögen unterschiedlich sein, aber beides sind nur Bezugsrahmen. Letztendlich läuft es auf eine Frage hinaus:

Willst Du die Welt zu einem besseren Ort machen?

Lyssa Adkins hat daraufhin elegant den Rahmen verengt von dieser globalen Perspektive hin zur Gruppe der paar hundert anwesenden Agile Coaches, ScrumMasters, Softwareentwickler indem sie fragte:

In welchem Bereich, der Eurer würdig ist, möchtet ihr agile Methoden anwenden?

Wir haben dann https://pollev.com/ genutzt, um per Live-Umfrage eine word cloud zu erstellen mit den Bereichen, in denen sich die Zuhörer gern engagieren würden. Das Ergebnis sah ungefähr so aus:

Lyssa Adkins Agile Leaders Keynote Wordcloud sgdub17Schon vor dieser Session war ich entschlossen, Agile in Nicht-Softwareentwicklungsumgebungen anzuwenden. Ich bin in Kontakt mit einem gut vernetzten Kollegen, der bereits mit Schulen und Universitäten in Deutschland zum Thema EduScrum spricht. Lyssa Adkins’ Abschlussrede hat einmal mehr unterstrichen, wie wichtig es ist, die Welt um uns herum zu verbessern und nicht nur den Ort, den wir „Arbeit“ nennen.

Global Scrum Gathering Dublin 2017

Global Scrum Gathering Dublin 2017 Fazit

Wer mich kennt wird mich nicht als sehr risikoaffinen Typen beschreiben. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ich mein erstes Global Scrum Gathering auf vertrautem Grund besucht habe: In Dublin! Ich habe in Irland gelebt, hier mit Fotografie angefangen und riesenviel Spaß mit den Leuten von Each&Other gehabt. Eine weitere Reise auf die Grüne Insel war sehr vielversprechend und brachte mir tolle Ideen und viel Inspiration. Wenn Ihr nicht viel Zeit habt: Lest wenigstens den Teil zur bei weitem beeindruckendsten Abschlussrede von Lyssa Adkins.

Vorweg ein paar Fakten über die Konferenz, die ich natürlich schamlos aus dem Abschluss-Newsletter der Scrum Alliance kopiert habe:

  • 649 Scrum und Agile Fachleute nahmen teil
  • 40 Länder waren vertreten
  • Mehr als 100 Teilnehmer nahmen an der ersten Trainers Clinic teil
  • Mehr als 250 Teilnehmer nahmen an der ersten Coaches Clinic teil
  • Scrum Alliance konnte 13 neue Certified Scrum Trainers willkommen heißen
  • Scrum Alliance hat 2 neue Certified Enterprise Coaches bestätigt

Hier zu den Details der einzelnen Sessions oder um genau zu sein, zu denen, bei denen ich mitgeschrieben habe oder die mich besonders beeindruckt haben. Außer für die Eröffnungs- und Abschlussrede folge ich hier keiner zeitlichen Reihenfolge, sondern habe die Abschnitte so angeordnet, wie ich denke, dass sie in den Projektlebenszyklus passen.

Eröffnungsrede: Tobias Mayer – Individuen interagieren

Wer auf einer Konferenz über Coaching langweilige Reden erwartet, sollte sich darauf vorbereiten, überrascht zu werden! Tobias Mayer hat die Messlatte hoch gehängt mit einer inspirierenden und vor allem interaktiven Session über Werte. Ich würde sagen, das Minimalprodukt einer Eröffnungsrede (das Ergebnis) sollten engagierte und begeisterte Teilnehmer sein, die sich auf die beginnende Konferenz freuen. Tobias Mayer hat so viel mehr geschafft. In seiner Session haben wir:

  • für jeden einzelnen Teilnehmer Werte definiert, die die Konferenz prägen sollten
  • (mindestens) einen menschlichen Kontakt hergestellt, der über die nächsten Tage zu einem guten Bekannten werden sollte
  • eine Absichtserklärung für die Zusammenkunft formuliert

Meine beinhaltete Bestimmung, Leidenschaft und Glaubwürdigkeit. Bestimmung hat dafür gesorgt, dass ich – egal wie müde – zu Sessions gegangen bin (und manch simple Einleitung ertragen musste), Leidenschaft hat zu aktiver Beteiligung geführt wo immer das möglich war und Glaubwürdigkeit sorgte dafür, dass ich selbst in dieser hochprofessionellen Umgebung stets ich selbst geblieben bin.

Nicht nur der Inhalt war großartig – die Methode war es ebenso! Ich werde darauf mal im Detail eingehen, sobald ich das ausprobiert habe. Versprochen!

Projektbeginn oder Produktentstehung

Entgegen der weit verbreiteten Annahme heißt agiles Arbeiten nicht, dass wir nicht planen. Wir planen. Wir bereiten vor. Ohne grobes Backlog würde ich nie ein Projekt anfangen. Ohne dieses Backlog mit Interessenvertretern, Führungskräften und natürlich dem Team zu verfeinern, würde ich nie mit der Entwicklung beginnen. In dieser „Phase“ gibt es also jede Menge Interaktion und mit Sicherheit sollte sie hier am intensivsten sein.

Entzaubern der Product Owner Rolle – Roman Pichler

Eine Agile Organisation schaffen

Schon lange wollte ich mal Roman Pichler sehen, da er einer der ersten war, der – durch seine Bücher – meine Begeisterung für Agile geweckt hat. Während ich meine Diplomarbeit geschrieben hatte, habe ich sein Buch „Scrum – Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen“ regelrecht verschlungen. Leider ist es nur auf Deutsch erhältlich, aber selbst nach Dutzenden anderen Büchern über das Thema, bleibt dieses mein persönlicher Favorit, dank seines Detailreichtums und der anspruchsvollen und doch verständlichen Erklärungen.

Roman Pichler - Debunking the Product Owner Role sgdub17Während dieses Scrum Gathering hielt Roman Pichler eine Session über die Product Owner Rolle. Er forderte „große Product Owners“, die ein Produkt prägen können, von der ersten Vision bis zum kleinen Button, anstatt „kleiner Product Owners“, die im Grunde nur Sachen ins Produkt Backlog packen, die ihnen gesagt werden. Das ist, wie die Rolle gelebt, gefüllt, ja erfüllt werden sollte.

Unterm Strich hat er alle Teilnehmer aufgefordert, groß zu denken. Er tat das nicht, ohne auch Unterstützung anzubieten in Form einfacher Werkzeuge: Das Produktvisions-Board. Roman hat die einzelnen, leicht verständlichen Abschnitte erklärt und hervorgehoben, wie wichtig es ist, diese in gemeinsamer Arbeit von Product Owner und Interessenvertretern zu erarbeiten. Dabei ist der PO stets federführend.

Produkt Roadmapping das funktioniert! – Jason Tanner

Effektiv mit Kunden zusammenarbeiten

Jason hat eine gute Präsentation über Produkt Roadmapping gegeben (hier die zwei besten Links, die ich finden konnte). Die Teilnehmer, mich eingeschlossen, hatten gemischte Gefühle. Das Folgende ist der Konsens aus Diskussionen mit einigen Teilnehmern nach der Session:

Eine solche Roadmap zu haben schadet nicht. Solange sie gemeinschaftlich von allen Stakeholdern und Team-Vertretern erarbeitet wird, kann diese Übung wichtig und nützlich sein. Nichtsdestotrotz bleibt so eine Roadmap ein Artefakt, das sich nur dann mit dem Unternehmen evolutionär entwickelt, wenn Leute es benutzen und damit arbeiten. Ansonsten wird es immer entkoppelt sein von der täglichen Arbeitsrealität der Mitarbeiter.

Wenn es uns gelingt, die Denkweise eines Unternehmens so zu verändern, dass agile Verhaltensweisen und Werte über alle Hierarchieebenen gelebt werden, dann werden wir eine solche Roadmap nicht brauchen. Stattdessen hätten wir ein Firmen-Backlog, das unsere Pläne abbildet. Beschlüsse „von oben“ werden sich in der täglichen Arbeitsweise von Teams wieder finden, während Aktualisierung und Veränderung „von unten“ sich im Firmen-Backlog widerspiegeln.

Trotz aller Kritik werde ich diese Übung demnächst ausprobieren, denn sie kann ein guter Schritt sein auf dem Weg von wenig bis keiner Organisation zu angemessener übergeordneter Organisation.

Das Projekt/Produkt entwickeln aka Arbeiten mit dem Team

Finde Dein Traum Team durch Selbstselektion – Dana Pylayeva

Die Essenz von Agilität

In der teils Präsentation teils interaktiven Session hat Dana Pylayeva sowohl über die Voraussetzungen von Team-Selbstselektion gesprochen, als auch einen solchen Prozess mit uns, den Teilnehmern, simuliert.

Häufige Argumente gegen Selbstselektion:

  • Es wird nicht möglich sein, alle Teams mit den benötigten Fähigkeiten auszustatten
  • Leuten werden sich niemals selbst organisieren können
  • Das wird doch zu endlosen Diskussionen führen
  • Es gibt Leute, die können nicht miteinander (arbeiten) und sollten daher nicht in einem Team sein

Mit den folgenden Schritten können diese Vorurteile überwunden werden:

  1. Bereite Dich selbst vor
    • Lerne die Methode, vernetze Dich im Unternehmen, verkaufe den Ansatz
  2. Bereite das Management vor
    • Geh auf ihre Probleme ein, mach einen Probelauf
  3. Bereite den Prozess vor
    • Arbeite mit den Team-Vertretern um den Prozess zu fein-justieren
    • Definier die Teilnehmerliste
  4. Bereite die Teilnehmer vor
    • Erstelle die individuellen Teilnehmerkarten
    • Veranstalte Frage+Antwort Session, triff Teilnehmer einzeln, gehe auf Sorgen und Ängste ein
  5. Bereite den Raum vor
    • Groß genug für separate Bereiche
    • Bereite Poster und Material vor
    • Essen und Getränke (offensichtlich!)

Das Highlight: Wir haben das während dieser Session ausprobiert. Ja, es ist möglich, in einer Gruppe von 40 Leuten jedem seinen Wunsch zu erfüllen. Gleichzeitig konnten alle Teams (in unserem Fall Büros rund um den Globus: Zürich, Dublin, Kyoto, New York, Kapstadt) mit allen erforderlichen Fähigkeiten besetzt werden, um die Projekte zu bearbeiten. Bei 40 Leuten mussten wir nur drei mal vermitteln, so dass Teilnehmer freiwillig ihren Zweitwunsch gewählt haben!

Konflikt? Probier’s mal mit Perspektivwechsel – J. and T. De Jastrzebiec Wykowski

Effektiv mit Kunden zusammenarbeiten

In dieser sicherlich unterschätzten Session (ich war überrascht, dass nur ca. 40 Leute da waren) haben uns Justina and Tomasz De Jastrzebiec Wykowski nicht nur erzählt, sondern demonstriert, wie wirksam es sein kann, sich in jemanden hineinzuversetzen.

Der Ansatz klang sehr einfach und offensichtlich, wenn wir von Konfliktlösung sprechen. Es erfordert allerdings ein wenig Organisation, idealerweise von einer dritten, neutralen Partei und ist schwieriger aber auch machtvoller als ich erwartet hätte.

Justina and Tomasz haben jede Gruppe in drei Rollen aufgeteilt: Entwicklerteam, Product Owner und Kunden. Jede Teilgruppe bekam ein Szenario, aus dem wir Teilnehmer schnell die Hauptziele unserer Teilgruppe ableiten konnten. Wir haben dann (mit realistischer Leidenschaft) unser Problem dargestellt. Dann haben wir durch die anderen Rollen rotiert und uns in sie hineinversetzt, bis uns klar wurde:

  • Sich in jemand anderes hineinzuversetzen ist schwerer als gedacht
  • Zu überlegen, was wir von den anderen Projektrollen erwarten (darunter unser eigentliches Selbst) hat zu tiefgreifendem Verständnis geführt, was die Frustration unserer Gegenüber anging und
  • hat viele Ideen zutage gebracht, wie wir besser zusammen arbeiten können

Das kann für jede Gruppe simuliert werden in der es Konflikte gibt uns sogar für Gruppen mit noch mehr Konfliktparteien. In dem Fall braucht es natürlich mehr Zeit. Alles in Allem: Eine sehr gute Methode für (Agile) Coaches.

Fragiles Agiles: Ein erschöpftes Team coachen – Anna Obukhova

Die Essenz von Agilität

Auf der Liste der Sessions fand ich diese besonders interessant. Denn wann holen sich Unternehmen Hilfe? Von ScrumMastern, Agile Coaches, nennt es wie ihr wollt? Genau: Die meisten holen sich erst dann Hilfe, wenn Manager erfahren haben, dass etwas falsch läuft.

Leider haben dann schon viele Teams „das was falsch läuft“ schon eine lange Zeit ertragen müssen. Manchmal haben Teammitglieder schon versucht, etwas an der Situation zu verändern. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg. Das bedeutet, dass „Ein erschöpftes Team coachen“ eher die Regel denn die Ausnahme ist. Darum habe ich an Anna Obukhova’s Session teilgenommen um auch in diesem Bereich ein bisschen was zu lernen.

Überraschenderweise war die Präsentation zu ~70% auf Symptome fokussiert, angereichert mit ein bisschen Interaktion mit dem Publikum und Selbsteinschätzungen. Am Ende habe ich nicht viel brauchbare Hilfe erfahren und daher die Session mit ★★★☆☆ (3/5 Sternen) bewertet. Obwohl die Session so drastisch von meinen Erwartungen abgewichen war, habe ich doch ein paar Verweise auf weiterführende Literatur bekommen und meine Wahrnehmung für erschöpfte Teams geschärft. Hier mal die Mitschrift für mehr Details:

Anna Obukhova - Coaching Tired Teams sgdub17Links zu den Ressourcen, die in der Rede erwähnt wurden:

  • APGAR – ein schneller Selbsttest um Symptome zu identifizieren
  • The Upward Spiral – ein inspirierendes Buch darüber, wie man der Abwärtsspirale entkommt
  • Welltory App – eine App um Stresslevel zu messen

Von einmaligem Erfolg zu nachhaltigem Erfolg

Einige Sessions widmeten sich nicht agilen Praktiken sondern eher organisatorischen Veränderungen. Zwei davon habe ich besucht:

Überraschung! Führungskräfte coachen ist ANDERS als Teams coachen – Bob Galen

Eine Agile Organisation schaffen

Robert “Bob” Galen hat uns in dieser inspirierenden Session ein paar Prinzipien des Führungskräfte-Coachings nähergebracht. Es war nicht unbedingt der Teil mit dem innovativsten Inhalt, aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht, Bob zuzuschauen und zuzuhören. Zum Abschluss gab es eine sehr praktische Management-coaching Übung in Gruppen von drei Leuten, die nicht nur erkenntnisreich war, sondern auch zu vielen Diskussionen in der Pause geführt hat.

Robert Galen - Coaching Leaders sgdub17

Der Schlüssel zu nachhaltiger Agilität im Unternehmen – Kurt Nielsen

Eine Agile Organisation schaffen

Kurt Nielsen from AgileLeanHouse hielt eine Präsentation über anhaltende (und nachhaltige) Agilität im Unternehmen. Nicht überraschend, dass der Schlüssel dazu in agilen / lean Denkweisen liegt. Darüber hinaus spielt die Akzeptanz der zugrunde liegenden Werte durch die Führungsriege des Unternehmens eine fundamentale Rolle.

Kurt Nielsen - Agile Lean Leadership sgdub17Eine Übersicht, der Themen der Präsentation und seiner Trainings, findet ihr hier.


Unterm Strich: Selten war ich in so kurzer Zeit so inspiriert. Am Global Scrum Gathering Dublin teilzunehmen war großartig: Viel Spaß, viel gelernt und viele interessante Menschen kennen gelernt. Definitiv war es den monetären (ROI) und zeitlichen (ROTI) Aufwand wert!

Fragen? Anmerkungen, Kommentare? Direkt hier drunter ist Platz dafür! Wir sehen uns spätestens London 2018!

CSPO Zertifizierung

Auf meinem Weg zum Zertifizierten Scrum Trainer (CST) habe ich vor einigen Wochen an einem super guten Certified Scrum Product Owner Training® (CSPO) in Berlin teilgenommen. Der Kurs wurde organisiert von KnowledgeHut und ausgerichtet von Marco Mulder, Certified Scrum Trainer and Enterprise Coach. Natürlich wurde der komplette Lehrplan abgedeckt. Darüber hinaus hat Marco aus dem Training ein Scrum Projekt gemacht und es geschafft, sowohl Anfänger als auch Scrum-Fachleute einzubinden und motivieren.

Der Inhalt des Kurses deckt sich mit meiner Agenda der Workshops / Seminare für Führungskräfte und Product Owners. Das bestärkt mich noch mehr, den Weg zum CST weiter zu gehen.

Wie schon beim Global Scrum Gathering Dublin 2017 habe ich auch diesmal während des gesamten Trainings Notizen gemacht und gezeichnet: Im Grunde habe ich die “Agenda” protokolliert, nebenbei meine Zeichenkünste verbessert und die erwähnenswertesten Punkte mitgeschrieben.

Inhalt des Seminars:

  • Herkunft Agiler Methoden
  • Erstellung des Produkt Backlogs
  • Scrum
  • Rollen
  • Produktvision & Story Mapping
  • Sprints
  • Backlogs
  • Skalieren über mehrere Teams

Los geht’s:

Becoming CSPO

Becoming CSPO

Becoming CSPO

Becoming CSPO

Während der zwei Tage wurden eine Menge Fragen gestellt. Einige waren von der Agenda nicht abgedeckt und haben zu kleineren Exkursen geführt:

  • Stakeholder, die sich in den Sprint einmischen (extra Aufgaben)
  • Große Teams in Anforderungs-Meetings (Grooming meetings) und ob eine Aufteilung sinnvoll ist
  • Wie man mit “wertlosen” Aufwänden, wie Bugs, umgeht? (Dafür die Entwicklungsgeschwindigkeiten messen?)
  • Stories größer als 1, 2, 3, 5, 8 aufteilen (oder einfach die Skala begrenzen)
  • Abhängigkeiten zu anderen Teams

Zu den Fragen werde ich in künftigen Blogposts etwas schreiben. Erstmal fühle ich mich bestätigt, alle selbst gut beantworten zu können.

Hallo Welt! Website gebaut, dank Cuttermesser

Diese Seite ist das Ergebnis eines verrückten Montags. Sie war lange geplant (also: Es gab lange schon den Plan „da mal was zu machen“), aber ich hatte einfach keine Zeit es hatte einfach keine Priorität.

Verletzungsbedingt begab es sich, dass ich heute Zeit geschenkt bekam. Und das kam so:

Morgens, ich hatte mich gerade fertig gemacht um zur Arbeit zu gehen, wollte ich nur noch schnell die Box meines neuen Makita Akkuschraubers öffnen. Stellt sich raus: Die sind mit nem richtig dicken Kabelbinder verschlossen. Kein Problem: Ich hab dafür ein richtig scharfes Cuttermesser.

Ihr kennt das, wenn man anderen Personen bei so etwas zusieht und dann bemerkt: „Immer vom Körper weg schneiden!“ Die rollen dann mit den Augen und machen das. Weil: Man hat ja Recht.

Nun. Heute hat niemand zu mir gesagt „Immer vom Körper weg schneiden!“. Und so kam es, dass das richtig scharfe Cuttermesser, nachdem es den richtig dicken Kabelbinder durchtrennt hatte, richtig schnell in meinen Oberschenkel sauste.

Huiuiuiui! Wenn ihr Euch schon immer gefragt hat, wie’s in eurem Oberschenkel aussieht, während ihr kniet, dann hier kurz was für die Neugier:

  • Die Haut steht ganz schön unter Spannung und stellt für spitze Gegenstände keinerlei Widerstand dar.
  • Direkt darunter ist irgendwas Oranges.
  • Es könnte auch ne andere Farbe haben, aber vermischt mit Blut (von dem ich immer wieder überrascht bin, wie dunkel es ist) sah’s orange aus.

Weiter hab ich nicht geguckt.

Ende vom Lied: „FUUUCK“ geschrien, gefolgt von „SCHATZ, GANZ SCHNELL: VERBANDSZEUG, DRINGEND!“, drei Hopser in die Küche, Handtuch geschnappt, Bein ausgestreckt, Handtuch drum, von Anja, die extrem gut reagiert hat, professionell nen Druckverband anlegen lassen, Bein hochgelegt. Viertelstunde später noch Arbeitstermine auf morgen verschoben.

So. Und wenige Stunden später ist diese Seite fertig gewesen. Neues Hosting, neue WordPress Installation, das erste Mal mehrsprachig. Toll.

Bester Kommentar des Tages von nem Arbeitskollegen im Slack:

tomorrow on slack: I wanted to come in today but I screwed my hand with an electric screwdriver

Tja. Wer den Schaden hat…

Ach und bezüglich dieser Seite: Das wird die berufliche Seite. Alle Inhalte über Agile und Coaching und Agile Coaching kommen hier hin. Der Gaming- und Privatprojektkram bleibt auf kalle-online.net. Und natürlich war ich heute nachmittag noch beim Arzt: Sie meinte nur „Oh, was für ein schöner gerader Schnitt. Schön gerade.“ gab mir einen neuen Verband und gratulierte zu der guten Arbeit bis dahin. Nun ja…